Das Kastell Batavis
Auf der Landzunge zwischen Donau und Inn – genauer: in ihrem östlichen Bereich zwischen Dom und Ortsspitze – schlug das Herz des römischen Passaus.
Die einzigartige Topographie des Geländes am Zusammenfluss zweier großer Ströme hat mit ihrer verkehrsgünstigen geschützten Lage schon früh Menschen angelockt.
Nach der Unterwerfung des Alpenraums 15 v. Chr. erschlossen die Römer schrittweise das Alpenvorland.
Um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. wurde an der Donau eine erste Grenze eingerichtet und in Passau ein kleines Militärlager erbaut. Von diesem Kastell kennen wir nur Teile der Wehrgräben im Bereich von Römerplatz und Lukas-Kern-Straße.
Im fortgeschrittenen 2. Jahrhundert wurde das Kastell aufgelassen und das Gelände mit einer Zivilsiedlung (vicus) überbaut. Sie bestand aus lang-schmalen Holz- bzw. Fachwerkhäusern.
Eine erneute Umstrukturierung der Siedlung erfolgte im späten 3. Jahrhundert wohl in Folge einer Brandzerstörung.
Gegen Ende des 4. Jahrhunderts entstand dann am Platz der heutigen Heilig-Kreuz-Kirche ein mächtiger steinerner Rechteckbau mit innen stehenden Pfeilerreihen. Die Innenmaße betragen ca. 24,3 x 14,2 Meter.
Parallelen deuten darauf hin, dass es sich um einen Speicher (horreum) gehandelt hat. Der Speicher dürfte innerhalb der Mauern der spätantiken Befestigung Batavis gelegen haben.
Aus „Batavis“ entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte über den Zwischenschritt „Pazzawe“ der heutige Ortsname „Passau“.
